Im Laufe der Zeit. Fragend und forschend unterwegs.

Vorträge und Texte zu meinem Verständnis

aus 30 Jahren Auseinandersetzung mit dem Thema psychischer Erkrankungen in Theorie, Praxis und Erfahrung.

Die Magie des Zusammenwirkens

in Wort und Bild unter dem Button "Sinn orchestriert" 

Psychische Instabilität

Wie die Deutungsmacht der Psychiatrie aus einem Glauben an eine unheilbare und chronische Erkrankung eine Theorie gemacht hat, die die gesamte Gesellschaft in ihrer Haltung durchdringt.  Mit radikalen Konsequenzen für die Menschen, die in diese psychische Instabilität geraten.  Und warum es einen Wandel braucht. 

Bewusster werden, was meint das?

Es beginnt mit der Bereitschaft, über die Wirkungen eigener Lebenserfahrungen zu reflektieren.

Diese Bereitschaft stellt sich i.d.R. erst ein, wenn Menschen die Sicherheit gebende (scheinbare) Kontrolle über sich selbst verloren haben, nicht mehr funktionieren wie erwartet und gewünscht. Und auch hier braucht es noch einen weiteren Impuls, die Bereitschaft anzustossen, über Wirkungen eigener Lebenserfahrungen und daraus resultierender Handlungsmuster zu reflektiven. Denn der erste Impuls ist auch hier zunächst, wieder zurück in Kontrolle und Beherrschung finden zu wollen. Genau das wird auch von den psychosozialen Hilfestrukturen unterstützt und angestrebt. 

 

Bei genauer Betrachtung kommen wir zur Erkenntnis, dass Kontrolle, Beherrschung und emotionale Manipulation wesentliche Bedeutung in unserem Entwicklungsprozess hatten und haben. Zutiefst beeindruckend ist nun, im Innehalten zu erleben und zu erkennen, dass Kontrolle, Manipulation und Beherrschung eine machtvolle Wirkkraft im individuellen und kollektiven Leben zeigen. Diese, von der Idee von Kontrolle und Beherrschung dominierten Wirkkräfte, scheinen verhindern zu können, mit dem Schmerz und den Folgen grenzverletzender Lebenserfahrungen wieder in Berührung zu kommen (Ziel: ich oder wir habe/n es wieder im Griff).  Damit wird verhindert, sich grundlegend, d.h. in seinem eingebunden sein, tiefgreifend  bewusst zu werden. Wirkungen, Wechselwirkungen und Rückkoppelungseffekte lebendiger Komplexität werden ignoriert. Gleichwohl geht deren Wirkungsenergie nicht verloren. 

 

Wesentlich für den Prozess des bewusster Werdens ist deshalb, diese im Schmerz gebundene Energie wahrzunehmen, sich dieser Aktivierung liebevoll zuwenden, um sich in dieser liebevoll zugewandten Haltung zunächst selbst zu regulieren, um dann die Ursprünge der Wirkmechanismen dieser Energie zu erkennen und einordnen zu können. Erst so kann eine selbst-bewusste Transformation gelingen. Das führt den Menschen in ein stabilisierendes Selbstbewusstsein und in ein tieferes Vertrauen in seine Lebendigkeit.  Mit diesem Entwicklungsschritt kann es gelingen, dass Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ihre, der Lebendigkeit dienliche Wirkung entfalten, und so das eigene innewohnende Potential sich zeigen kann.